Die Jury von Mittendrin! Berlin

Die Entscheidung ist gefallen: Drei Initiativen haben die Jury, unter anderem mit HBB-Geschäftsführer Phillip Haverkamp, in der zweiten Wettbewerbsphase mit ihren Konzepten für neue „Dritte Orte“ überzeugt. Sie erhalten für die praktische Umsetzung ihrer Wettbewerbsbeiträge in der letzten Phase jeweils bis zu 20.000 Euro sowie zusätzlich, individuelle fachliche Beratungen. Bis Sommer 2026 haben die Initiativen Zeit, ihre prämierten Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

In der aktuellen Wettbewerbsrunde von Mittendrin! Berlin hatten sich zunächst 47 Initiativen beworben, das dieses Mal einen besonderen Fokus auf Angebote zur Gestaltung von dritten Orten, jenen Räumen die außerhalb der eigenen vier Wände und des Arbeitsplatzes in städtischen Zentren als Begegnungs- und Aufenthaltsorte für Menschen dienen, legte. Sechs Gruppen wurden im Mai für die zweite Wettbewerbsphase ausgewählt. Diese Konkretisierungsphase nutzten die Gruppen, um ihre Ideen und Konzepte weiter auszuarbeiten. Im Dezember hatten die Initiativen im Rahmen der zweiten Jurysitzung ihre Konzepte der Jury persönlich vorzustellen.

Zu den ausgezeichneten Initiativen gehören:

„Kultursommer am Mehringplatz“ I Kooperative Südliche Friedrichstadt (Friedrichshain-Kreuzberg)

Der Beitrag der Initiative „Kooperative Südliche Friedrichstadt“ zielt auf die Entwicklung einer zehnwöchigen Veranstaltungsreihe „Kultursommer am Mehringplatz“ ab, die von Mai bis Juli 2026 geplant ist. Grundlage hierfür sind drei Programmsäulen mit attraktiven Markt-, Familien- und Kulturangeboten, darunter Theater, Musik, Lesungen und Mitmachformate, die sich gleichermaßen an Anwohnende aus dem Quartier und Besucherinnen und Besucher richten. Der „Kultursommer am Mehringplatz“ soll dazu beitragen, am Mehringplatz einen lebendigen Treffpunkt für alle Generationen zu schaffen. So soll ein „Dritter Ort“ entstehen, der gemeinschaftlich entwickelt wird, kulturelle Vielfalt sichtbar macht und die Identifikation mit dem Standort stärkt. Lokale Initiativen, Vereine, Gewerbetreibende und verschiedene, ansässige Kulturinstitutionen werden eng in die Programmgestaltung und Umsetzung eingebunden. Dies stärkt die Quartierskultur, leistet einen wichtigen Beitrag zur Aktivierung der Erdgeschosszonen und belebt den öffentlichen Raum nachhaltig.

„Wutzky wuppt et!“ I Kreisler e. V. (Neukölln)

„Wutzky wuppt et!“ ist das Motto des Beitrags der Initiative „Kreisler e. V.“, die zusammen mit Unterstützung lokaler Vereine, Gewerbetreibender und Bewohnerinnen und Bewohnern plant, eine ungenutzte Grünfläche am Rotraut-Richter-Platz in einen Treffpunkt für die Nachbarschaft zu entwickeln. In einer gemeinsamem Bauwoche soll eine multifunktionale Begegnungsfläche als flexibles Stadtmöbel entstehen. Dies kann genutzt werden als Erholungsort, als lokaler Veranstaltungsort für unterschiedliche Bildungs- und Bewegungsangebote, als Werkstatt für Aktionen aus dem benachbarten Repair-Café. Zusammen mit einer Wildblumenwiese und einem Nano-Wald soll insgesamt ein klimaangepasster, konsumunabhängiger „Dritter Ort“ in gemeinschaftlicher Verantwortung entstehen, der neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnet und zur Aufwertung des öffentlichen Raums vor dem Wutzky Center beiträgt.

„Zeit ist knapp – Kultur statt Leerstand“ I ZIK Kulturräume UG (Steglitz-Zehlendorf)

„Kultur statt Leerstand“ ist der Ansatz der Initiative „ZIK Kulturräume UG“ für eine leerstehende Fläche im Erdgeschoss des Steglitzer Kreisels. Durch das Engagement der Gruppe entsteht in Kooperation mit zahlreichen Partnern ein belebter „Dritter Ort“: Feste Öffnungszeiten und ein kuratiertes Programm mit täglichen, wöchentlichen und monatlichen Angeboten wie Rollschuhlaufen, Kiezflohmarkt, einer Bühne für Jam Sessions oder Ausstellungen lokaler Kunstschaffenden laden Anwohnende sowie Besucherinnen und Besucher ein, vorbeizukommen. Der vielfach kostenfreie Zugang zu den Programmpunkten macht Teilhabe möglich und belebt den Standort mit spürbaren Ausstrahlungseffekten. Der „Mittendrin Markt“ speziell für gewerbliche Händlerinnen und Händler soll bereits ab Dezember starten und zur Vernetzung und Einbindung der lokalen Gewerbetreibenden beitragen.

Mittendrin Berlin! Projekte in Berliner Zentren ist ein Wettbewerb des Landes Berlin gemeinsam mit der IHK Berlin und weiteren Partnerinnen und Partnern aus der privaten Wirtschaft. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg unterstützt das Projekt seit vielen Jahren als Projektpartner. Seit 2005 hat Mittendrin Berlin! 37 Gruppen bei der Umsetzung ihrer Projekte mit einem Gesamtwert von über einer Million Euro unterstützt.

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