Kurz vor Heiligabend zeichnet sich für den Einzelhandel in der Region Berlin-Brandenburg ein gemischtes Bild ab. Für den Großteil der Händlerinnen und Händler ist das Weihnachtsgeschäft ernüchternd verlaufen, das in diesem Jahr von äußerst schwierigen Rahmenbedingungen geprägt war: Politische Unsicherheiten und eine anhaltende Konsumzurückhaltung der Menschen sowie die Konkurrenz durch unregulierte Drittstaatenplattformen sorgten dafür, dass weniger Kundinnen und Kunden im stationären Handel einkauften.
Für die Händlerinnen und Händler fällt die vorläufige Bilanz sehr unterschiedlich aus. Während das Weihnachtsgeschäft in einigen Lagen im Großen und Ganzen zufriedenstellend verlief, konnten die Erwartungen nicht aller Händlerinnen und Händler nicht erfüllt werden. Einige Branchen starteten eher träge in das Weihnachtsgeschäft, konnten sich aber im Endspurt zum 4. Advent deutlich steigern. Nichtsdestotrotz blieb das Weihnachtsgeschäft weit hinter den Erwartungen der meisten Händlerinnen und Händler zurück. In diesem Jahr waren insbesondere kleinere Geschenke wie Accessoires, Handtaschen, Bücher, Uhren, Schmuck sowie Spielwaren gefragt. Ebenfalls hoch im Kurs standen Gutscheine und Event-Tickets. Weniger gut lief es für den Bereich Elektronik, der gegenüber dem Vorjahr deutlich schwächelte.
Der Lebensmittelhandel hat hingegen nach einem zunächst durchwachsenen Start in den letzten Wochen zunehmend an Dynamik gewonnen, wenngleich sich hier insbesondere bei Saisonware wie Schokoweihnachtsmännern die Preissensibilität der Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich zeigte. So griffen in diesem Jahr weniger Verbraucherinnen und Verbraucher zu den großen Marken und bevorzugten die Eigenmarken und kleinere Verpackungen. In den vergangenen Tagen waren die Supermärkte sehr gut besucht, viele Kunden und Kunden nutzten die Gelegenheit, um jetzt vorrangig Frischware wie Weihnachtsgänse für die Weihnachtstage zu kaufen.
Obwohl das Weihnachtsgeschäft für viele Händlerinnen und Händler nicht zufriedenstellend verlaufen ist, hoffen sie nun auf den finalen Endspurt sowie die Verkaufstage nach Weihnachten. HBB-Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen zeigte sich im Interview mit WELT TV optimistisch dass diese Tage zur Umsatzstabilisierung beitragen und den Kaufleuten in der Region einen versöhnlichen Jahresausklang bescheren können. Traditionsgemäß nutzen die Kundinnen und Kunden die Zeit nach Weihnachten, um Geldgeschenke und Gutscheine einzulösen.