Roe Jasen (8. Januar 1924 - 7. Juli 2025) mit ihrer Tochter June Jasen (links) und HBB-Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen anlässlich ihres 100. Geburtstages 2024 in New York

Der Handelsverband Berlin-Brandenburg nimmt in tiefer Trauer Abschied von Rösli „Roe“ Jasen, geb. Tietz, die am 7. Juli 2025 im Alter von 101 Jahren verstorben ist.

1924 in Berlin geboren, entstammte Roe Jasen einer der bedeutendsten jüdischen Kaufmannsfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts. Heinrich Grünfeld, Gründungspräsident der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels, war ihr Großonkel. Ihr Großvater Oscar Tietz gründete den Warenhauskonzern „Hermann Tietz“. Infolge des Nationalsozialismus und der Arisierung jüdischer Unternehmen emigrierte Roe Jasen in den 1930er Jahren in die USA, die nach dem Ende des 2. Weltkrieges ihren Lebensmittelpunkt bilden sollte.

Trotz der geographischen Entfernung blieb sie ihrer Heimatstadt und dem Berliner sowie deutschen Handel stets eng verbunden. So reiste sie im Jahr 2008 nach Berlin, um an der Umbenennung des OSZ Handel II in „Oscar-Tietz-Schule“ und am Namensgebungsfest teilzunehmen. Sie ließ es sich auch nicht nehmen, 2019 im hohen Alter von 95 Jahren der Festveranstaltung zum 100-jährigen Jubiläum des Handelsverbandes Deutschland beizuwohnen und wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Festrede persönlich begrüßt.

Die aufrichtige Anteilnahme des HBB gilt ihrer Familie, ins Besondere ihren Kindern Henry und June Jasen. Der Handelsverband verliert eine enge Vertraute und Zeitzeugin jüdischer Handelsgeschichte. Der Verband wird Roe Jasen ein ehrendes Andenken bewahren.

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