Am 9. November 2025 jährte sich der Beginn der Novemberpogrome von 1938 in Deutschland. Zentraler Teil dieser Pogrome vor 87 Jahren waren die Zerstörung und Plünderung jüdischer Ladengeschäfte sowie Angriffe auf jüdische Kaufleute und Beschäftigte. Der HBB erinnert regelmäßig an das Schicksal der jüdischen Kollegen, die den Handel in unserer Region bis zur Shoa maßgeblich geprägt haben. So gedachte der HBB zusammen mit den Kirchen am 9. November 2023 bei einem Gedenkweg dem Schicksal der jüdischen Kaufleute. Die dazugehörigen Plakate wurden im Rahmen einer Ausstellung in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe ausgestellt.
Im Nachgang dazu präsentierte der Handelsverband Berlin-Brandenburg am Sonntag, 9. November 2025, den Kurzfilm „Wege der Erinnerung“ von Kim Seligsohn auf dem Limes-Screen am Kurfürstendamm 227, direkt an der Grünfeld-Ecke – dem ehemaligen Standort des legendären Textilkaufhauses F.V. Grünfeld. Gemeinsam mit zahlreichen Nachfahren der Grünfelds aus sieben Nationen hatten der Bezirk und HBB vor zwei Jahren den ehemaligen Joachimsthaler Platz in „Grünfeld-Ecke“ umbenannt. Passanten blieben trotz des Trubels stehen, um den Film aufmerksam zu verfolgen, der das Schicksal jüdischer Kaufleute während der Novemberpogrome 1938 eindrucksvoll nachzeichnet. Die Filmvorführung machte den historischen Ort zum lebendigen Erinnerungsort: Hier, wo einst das Leben und Wirken der Familie Grünfeld pulsierte, wurde Geschichte sichtbar und greifbar.
Das Team des Limes-Screens und die Wirtschaftsförderung Charlottenburg-Wilmersdorf sorgten für eine reibungslose Umsetzung: Die stündliche Ausstrahlung wurde mit synchronisiertem Ton begleitet, sodass alle Passanten den Film in seiner Gänze verfolgen konnten. Die Vorführung verlief friedlich – bei allen zehn Vorführungen am Tag gab es keinerlei Zwischenfälle, Proteste oder Störungen. Dies unterstreicht: Der Kurfürstendamm gehört der Mitte der Gesellschaft und nicht extremistischen und antisemitischen Gruppierungen.
Der HBB wird weiterhin die Erinnerung an die jüdischen Kaufleute Berlins und Brandenburgs lebendig halten. Denn es hat sich wieder einmal gezeigt: Das Wirken im Jetzt ist genau so wichtig, wie das Erinnern.